Gstemmerspitzen am 10.06.2025, Niedere Tauern

Wegverlauf: gestartet sind wir in der Planneralm und unser erstes Ziel war das Franzosenkreuz. Da wir zumindest im Anfangsbereich auf den verwachsenen und nicht immer leicht auffindbaren Steig, der vom Tauernhaus zum Franzosenkreuz führt, verzichten wollten, gingen wir den „Kasweg“ in Richtung Schrabachalm. Bevor der Weg die Straße kreuzt (etwa im Bereich eines Teiches), folgten wir nun einer Forststraße bergwärts bis zu deren Ende. Nun gingen wir eine steile Wiese hinauf und trafen schlussendlich auf den vom Tauernhaus kommenden Steig (in diesem Bereich zum Glück nicht mehr so verwachsen). Dieser leitete uns auf einen Kamm und schlussendlich zum Franzosenkreuz. Um das nächste Ziel, die Vordere Gstemmerspitze, zu erreichen, folgten wir deutlich ausgeprägten Steigspuren Richtung Hochstein/Mölbegg. Geschickt leitete uns der Steig durch den Steilaufschwung der Vorderen Gstemmerspitze und schon standen wir am Gipfel mit Gipfelbuchkassette aber ohne Gipfelbuch. Hier könnte man dann noch bis zum Hochstein und Mölbegg weitergehen. Wir gingen aber wieder zurück zum Franzosenkreuz und nun begann es spannend zu werden. Wir folgten den Steigspuren unterhalb des Grates Richtung Planneralm. Wenn man diesem Steig weiter folgt, umgeht man die Mittlere Gstemmerspitze und somit auch den schwierigsten bzw. bei Nässe gefährlichsten Passagen. Man kann dann wieder in die Einsattelung zwischen Mittleren und Hinteren Gstemmerspitze hinaufsteigen. Diese Variante bin ich bereits zweimal gegangen. Bei Nässe ist dieser Steig aber sicher auch nicht angenehm! Dieses Mal gingen wir sehr steil hoch zum Grat, stiegen aber auf der anderen Seite des Grates wieder etwas ab (Steigspuren noch gut ersichtlich) und gingen über teilweise sehr steiles Gras in nordöstlicher Richtung (Steigspuren kaum noch ersichtlich) auf den Gipfel der Mittleren Gstemmerspitze, wo überraschenderweise sogar ein kleines Kreuz steht, hoch. Die gefährlichsten Passagen direkt am Grat zwischen Franzosenkreuz und Mittlerer Gstemmerspitze sind wir sohin ebenfalls umgangen.  Von der Mittleren Gstemmerspitze ging es nun südseitig über sehr steiles Gras in die Einsattelung zwischen Mittleren und Hinteren Gstemmerspitze ab. Sowohl der weitere Weg auf die Hintere Gstemmerspitze (am Gipfel gibt es die Wetterstation nicht mehr) als auch der Abstieg über den Weg 17 zurück zum Ausgangspunkt wurde problemlos gemeistert.

Der Steilaufschwung zur Vorderen Gstemmerspitze

Aufstieg zur Vorderen Gstemmerspitze: diesen Wegabschnitt würde ich mit SG I, vielleicht ein bis zwei Stellen mit SG II bewerten. Trittsicherheit erforderlich, bei Nässe nicht empfehlenswert.

Franzosenkreuz bis Mittleren Gstemmerspitze und Abstieg in die Einsattelung: das steile Gras erfordert sowohl im Auf- als auch im Abstieg absolute Trittsicherheit. Teilweise ist es vielleicht etwas ausgesetzt und so  ist auch ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit empfehlenswert. Den Wegabschnitt bitte nur bei absoluter Trockenheit begehen. Bewerten würde ich den Abschnitt mit SG I max. SG I-II.

Direkte Gratbegehung im Bereich Mittlere Gstemmerspitze und Franzosenkreuz: einige tödliche Abstürze haben mich immer davon abgehalten, diese Variante zu begehen. Sonderlich schwierig soll sie ja nicht sein.

Hier folgen wir bereits Forststraße und blicken in die Planneralm zurück. Links etwas oberhalb der Bildmitte ist der zuvor beschrittene „Kasweg“ zu erkennen:

Über diese Wiese stiegen wir, bis wir den vom Tauernhaus kommenden Steig trafen, hoch, die roten Pfeile zeigen den ungefähren Aufstiegsweg:

Der Grat zur Mittleren Gstemmerspitze ist bereits gut ersichtlich:

Hier am Kamm ist der Steig in einem hervorragenden Zustand:



Das Franzosenkreuz ist gleich erreicht:

Blick zur Mittleren und Hinteren Gstemmerspitze:

Franzosenkreuz (≈2.025m):


Blick vom Franzosenkreuz zur Vorderen Gstemmerspitze – die Steigspuren dorthin sind gut erkennbar:

Am Weg zur Vorderen Gstemmerspitze wird zunächst eine Art „Vorgipfel“ überschritten –Tiefblick vom „Vorgipfel“:

Abstieg vom „Vorgipfel“:

Die Steigspuren leiten uns geschickt durch den finalen Steilaufschwung und schon bald ist der Gipfel der…. 



….Vorderen Gstemmerspitze (2.136m) erreicht  – von hier könnte man dann bis zu Hochstein/Mölbegg weitergehen:

In der Gipfelbuchkassette fehlt leider das Gipfelbuch – an diesem Tag ist es mein insgesamt dritter Besuch auf der Vorderen Gstemmerspitze und das Gipfelbuch war leider nur beim ersten Besuch da. Informationen zufolge sollen zuvor bereits 2 Gipfelkreuze verschwunden sein:

Blick vom Gipfel der Vorderen Gstemmerspitze in Richtung Planneralm:

Hier stehen wir bereits wieder am „Vorgipfel“ –  die rote Linie zeigen unsern ungefähren Aufstieg auf die Mittlere Gstemmerspitze:

Etwas unterhalb des Franzosenkreuzes folgen wir den deutlichen Steigspuren Richtung Planneralm:

Hier verlassen wir den Steig und steigen sehr steil zum Grat hoch:

Am Grat angekommen – die rote Line zeigt den Aufstiegsweg – wenn man den Steigspuren weiter gefolgt wäre (gelbe Line) umgeht man die Mittlere Gstemmerspitze – der Steig selbst endet allerdings irgendwo unterhalb der Hinteren Gstemmerspitze – zuvor kann man weglos in die Einsattelung zwischen Mittlerer und Hinterer Gstemmerspitze aufsteigen:

Wir steigen auf der anderen Seite des Grates wieder etwas ab – hier sind die Steigspuren noch deutlich ersichtlich:

Die roten Pfeile zeigen unseren ungefähren Aufstiegsweg auf die Mittlere Gstemmerspitze:

Rückblick auf den Gratabschnitt zwischen Franzosenkreuz und Mittlerer Gstemmerspitze – auf den direkten Grataufstieg zur Mittleren Gstemmerspitze wäre ich hier sehr gespannt:

Es geht über teilweise sehr steiles Gras in nordöstlicher Richtung hoch zum Gipfel:



Noch ein Rückblick auf unseren Aufstiegsweg:

Diese Aufstiegsvariante ist mit sicher nicht so anspruchsvoll wie jene direkt über den Grat, Nass sollte es aber hier auch keinesfalls sein!


Der Gipfel ist gleich erreicht:

Am Gipfel blicke ich zurück – die roten Pfeile zeigen unseren Aufstiegsweg – wäre gespannt, wo man hier beim direkten Grataufstieg herauf- bzw. dazukommen würde:

Mittlere Gstemmerspitze (2.104m) – wo überraschenderweise auch ein kleines Gipfelkreuz steht – war bei meinem ersten Besuch im Jahr 2024 noch nicht da:


Ein letzter Blick auf den Gipfel der Mittleren Gstemmerspitze – von hier geht es südseitig (Steigspuren werden nach unten hin immer deutlicher)  sehr steil in die Einsattelung zwischen  Mittleren und Hinteren Gstemmerspitze:

Gipfel der Hinteren Gstemmerspitze (2.090m) – die Wetterstation die früher den Gipfel zierte gibt es nicht mehr – von hier könnte man noch weiter über die Plannerseekarspitze  (Weg 16) wandern oder so wie wir bereits zuvor über den Weg 17 zur Planneralm absteigen:




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