Hochwildstelle (2.747m) via Südgrat im Auf- und Abstieg, Wildlochhöhe (2.534m), Niedere Tauern, 20.09.2025

Hochwildstelle (2.747m) via Südgrat im Auf- und Abstieg, Wildlochhöhe (2.534m), Niedere Tauern, 20.09.2025

Auf der Hochwildstelle, dem höchsten rein steirischen Berg, war ich bereits zweimal. Im September 2023 im Alleingang und heuer im August zusammen mit einem guten Freund. Beide Male sind wir vom steirischen Bodensee gestartet und sind über die Neualmscharte und die Kleine Wildstelle auf- und abgestiegen. Während man bei dieser Tour in der Früh, sofern man zeitig aufbricht, noch nahezu alleine ist, ist die Tour zu späteren Stunde ab dem Obersee abwärts komplett überlaufen (je weiter man nach unten kommt, desto überlaufener wird es). Das ist das einzige Manko dieser ansonsten so wunderschönen Tour, denn im Abstieg traf ich/trafen wir immer wieder teilweise sehr unfreundliche „Möchtegernwanderer“, die glauben, dass der Weg alleine ihnen gehören würde und für die Grüßen oder andere Umgangsformen offenbar ein Fremdwort darstellen. Bei meinem Alleingang auf dem Höchstein im Jahr 2023 bin ich ebenfalls vom steirischen Bodensee gestartet und da war es genau gleich. Da mich nun in Bezug auf die Hochwildstelle ohnehin der Südgrat interessierte, kam der steirische Bodensee als Startpunkt sowieso nicht infrage.

Ich wählte für meinen Startpunkt das Sattental, alternativ ginge es auch noch vom Untertal (Parkplatz-Seeleiten), da könnte man die Hochwildstelle sogar überschreiten, diese Tour wäre aber etwas länger und hätte auch mehr Höhemeter. Darüber hinaus wäre auch meine Anfahrt länger. Dass ich, wenn ich vom Sattental starte, den mir bis dahin noch unbekannten Südgrat auch wieder absteigen muss, war mir bewusst. Eine andere weglose Route über den Umlaufer und  das sogenannte „Bauchwehgassl“ auf den Gamskarspitz, würde es auch noch geben, aber dazu später mehr.

Noch kurz zum Südgrat: Dass dieser kein Klettersteig ist, war mir schon vorher bekannt. Dass ihn einige Portale als Klettersteig führen, obwohl es keine Seilversicherungen gibt und nur einige Stellen mit Eisenklammern entschärft sind, ist mir ein Rätsel. Die letzte ausgesetzte Stelle vorm Gipfel muss sogar ohne Eisenklammern überwunden werden und wird mit SG I+ bewertet.

Der Weg von Pruggern ins Sattental ist gut beschildert. Die Asphaltstraße geht einige Kilometer vorm Parkplatz in eine Forststraße über. Vom Parkplatz wandert man eine ganze Weile auf der Forststraße bis zum Talschluss. Danach geht es über einen schönen Steig hinauf durch den Wald.

Hier bin ich schon auf dem schönen Steig durch den Wald:


Rückblick ins kurz davor durchwanderte Sattental:



 Bereits oberhalb der Waldgrenze mit Blick zum Stierkarsee:



Die ersten Sonnenstrahlen dieses herrlichen Tages erreichen mich:



Der Weg von hier zu den Goldlacken zieht sich ein wenig, ist aber wunderschön:



Kurz vor den Goldlacken mache ich dieses Bild. Wie bei meiner gestrigen Tour (Krautwasch – Melleck – Schafdach) ist heute wieder ein schöner spätherbstlicher Tag:



Die Goldlacken sind erreicht:



Rechts der Bildmitte ist bereits das nächste Zwischenziel, die Trattenscharte, zu sehen:



Wieder ein Kalenderbild, diese Gegend gefällt mir weitaus besser als jene am steirischen Bodensee:



Blick zum Umlaufer und der markanten Umlauferscharte. Ich habe gelesen, dass man die Umlauferscharte von hier (also den Goldlacken) gar nicht so schwer erreichen kann:



Rückblick durch das soeben durchwanderte Blockgelände  kurz vor der Trattenscharte:



Hier blicke ich durch die Trattenscharte zurück:



Das nächste Zwischenzielt ist die Wildlochscharte:



Die Wildlochscharte ist erreicht:



Bevor ich aber den Südgrat in Angriff nehme, gehe ich noch auf die Wildlochhöhe, die ist hier von der Scharte schnell erreichbar:



Im Bereich des gelben Pfeiles gibt es sogar Steigspuren die rechts auf den Gipfel führen:



Bei meinem Aufstieg werde ich von zwei Schafen beobachtet, der Rest der Herde ist zuvor schon geflüchtet, als sie mich gesehen habe:



Hier blicke ich vom Steig der rechts vorbei auf den Gipfel führt zurück zur Wildlochscharte, der Steig selbst ist nicht zwar nicht schwierig aber ausrutschen sollte man nicht, es pfeift schon runter:



Der Gipfel der Wildlochhöhe (2.534m) ist erreicht, leider ohne Gipfelzeichen:






Vom Gipfel blicke ich auf den eindrucksvollen Südgrat der Hochwildstelle:



Ich gehe wieder zurück in die Wildlochscharte und betrete hier noch im leichtem Gelände den Südgrat:



Rückblick zur Wildlochhöhe:



Nun beginnen die ersten ganz leichten Klettereien, die Markierungen sind hier und am gesamten Südgrat schon sehr verblasst und spärlich vorhanden:



Bei den Felsen geht es links vorbei:



Nun beginnen die anspruchsvollen Passagen des Südgrates:



Diese Kletterpassage wurde mit Eisenklammern entschärft:



Hier bin ich im kurzen Gehgelände, davor beginnen die nächsten Kletterpassagen, das Gipfelkreuz ich auch schon zu sehen:



Rückblick:



Nun folgt diese mit Eisenklammern versehene Platte, die für viele die Schlüsselstelle darstellt, für mich persönlich war die letzte Stelle vorm Gipfel die Schlüsselstelle:



Die Platte noch einmal von oben:



Es geht weiter mit nicht allzu schwerer Kletterei, es ist aber schon luftig, es pfeift auf beiden Seiten runter: 



Das Gipfelkreuz ist schon zum Greifen nah:



Kurz vorm Gipfel treffe ich auf den vom Umlaufer kommenden Grat, der hier auf den Südgrat trifft. Ich habe gelesen, dass der Grat von hier zum Umlaufer SG I-II aufweisen soll, den Aufschwung vor der Umlauferscharte müsste man allerdings umgehen (direkte Begehung soll brüchig und SG III sein):



Der Umlaufer und sein Gipfelkreuz noch einmal gezoomt. Ich habe kurz überlegt, beim Abstieg von der Hochwildstelle den Grat hinüber zu versuchen und in weiterer Folge dann entweder wie vorhin schon erwähnt über die Umlauferscharte zu den Goldlacken abzusteigen oder dem Grat weiter zu folgen und über das sogenannte „Bauchwehgassl“ auf den Gamskarspitz zu gehen. Alternativ könnte ich auch den Grat wieder bis hierher zurückgehen und  wieder über den Südgrat absteigen. Aber das alles ist gefährliches Halbwissen und um das Risiko so einer Begehung zu minimieren, ist es besser, sich noch einmal intensiver damit zu beschäftigen. Hinzu kommt, dass die gestrige Tour (Krautwasch – Melleck – Schafdach) doch anstrengender war als gedacht. Ich brauche ja auch für die kommenden Jahre noch interessante Gipfelziele:



Die letzte durchaus ausgesetzte Kletterstelle kurz vorm Gipfel ist nicht mit Eisenklammern  bzw. anderwärtig entschärft und mit SG I+  bewertet (könnte man m. E. durchaus auch mit SG II bewerten), ich finde diese Stelle schwieriger als die Platte von vorhin, deswegen ist das für mich die Schlüsselstelle, wobei auch diese für geübte Berggeher kein Problem darstellen sollte (Fehler darf man sich, wie aber am gesamten Südgrat, nicht erlauben!):



Der Gipfel der Hochwildstelle (2.747m) ist erreicht:





Nach einer längeren Pause steige ich wieder über den Südgrat ab:



Hier bin ich bereits wieder unterhalb der Goldlacken, der Weg ins Sattental ist aber noch lange, ich treffe hier im Vergleich zum Bodensee nur sehr wenige Wanderer:



Ich bin wieder im Sattental angelangt, nun geht es wieder eine ganze Weile über die Forststraße zurück zum Parkplatz, auch hier treffe ich kaum Wanderer:



Der Parkplatz ist wieder erreicht, es ist mittlerweile für den 20.09. sehr heiß geworden:



FAZIT: Für die Tour sind  insgesamt ca. 18 Kilometer und ca. 1.550 Höhenmeter zu bewältigen. Der Weg vom Sattental zur Wildlochscharte ist nicht allzu schwierig und gut markiert. Der Südgrat auf die Hochwildstelle ist dann leider weniger gut markiert und wird deutlich schwieriger. Obwohl der Südgat m. E. den zweiten Schwierigkeitsgrad nicht überschreitet sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und trockene Verhältnisse oberstes Gebot, denn aufgrund seiner Ausgesetztheit, verzeiht er definitiv keine Fehler. Einige Stellen sind mit Eisenklammern entschärft, einige Kletterstellen (z.B. kurz vorm Gipfel) müssen ohne Hilfe überwunden werden. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Gehgelände. Der Südgrat ist definitiv kein Klettersteig!!! Die Tour finde ich landschaftlich, insbesondere im Bereich der Goldlacken, schöner als  jene vom Bodensee. Hinzu kommt, dass das Sattental im Vergleich zum Bodensee nicht überlaufen ist, hier wird man kaum grantige „Möchtegernwanderer“ antreffen. Wer sich den Südgrat auch im Abstieg zutraut, dem kann ich die Tour vom Sattental nur empfehlen. Den Umlaufer bzw. Umlaufergrat werde ich mir noch genauer ansehen. Da das Wetter dann auch am Sonntag noch ein Traum war, bin ich da auf meinen Hausberg (Leistenstein) gegangen und habe folgendes Foto gemacht:



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