Herbertspitze (2.137m), Gamsleitenspitze (2.359m), Zehnerkarspitze (2.382m) & Gamsspitzl (2.340m), Niedere Tauern, 28.08.2025

Tourenbericht: Vier-Gipfel-Runde über Obertauern

Ausgangspunkt: Parkplatz Passhöhe, Obertauern (1.741 m)
Route: Parkplatz – Herbertspitze (2.137 m) – Gamsleitenspitze (2.359 m) – Zehnerkarsattel – Zehnerkarspitze (2.382 m) – Gamsspitzel (2.340 m) – Zehnerkarsattel – Parkplatz
Konditionelle Anforderungen: Hoch (ausdauernde Rundtour)
Technische Schwierigkeiten: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und leichte Kletterei (I. Schwierigkeitsgrad) erforderlich.


Aufstieg zur Herbertspitze (2.137 m)

Die Tour startet direkt am Parkplatz der Passhöhe in Obertauern. Die ersten Meter führen kurz und knackig über einen steilen Steig hinauf, bevor der Weg in eine breite Forststraße mündet. Dieser folgt man zunächst in angenehmer, sanfter Steigung in Richtung Herbertspitze und Gamsleitenspitze.

Vorbei an der Talstation des Sessellifts „Gamsleiten 2“ ändert sich der Charakter des Weges: Die Forststraße zieht nun spürbar an und wird immer steiler. Bei der nächsten Kehre ist der erste wichtige Orientierungspunkt erreicht – die Weggabelung zur Herbertspitze.

Hier zweigt der Weg ab, um dem ersten Gipfel des Tages einen Besuch abzustatten. Zuerst verliert man kurz ein paar Höhenmeter, bevor eine längere, leicht ansteigende Querung beginnt. Diese Passage verlangt durchaus Trittsicherheit und eine gewisse Schwindelfreiheit, da der Untergrund hier etwas schottrig und unangenehm zu gehen ist. Nach der Querung leitet der Pfad über einen mäßig steilen Wiesenhang hinauf zum Gipfel der Herbertspitze (2.137 m). Belohnt wird man hier mit einem schönen Gipfelkreuz und Tiefblicken auf Obertauern.


Weiterweg auf die Gamsleitenspitze (2.359 m)

Nach einer kurzen Rast geht es auf demselben Weg zurück zur bekannten Weggabelung. Nun wartet der zweite Aufstieg. Man folgt weiter der steilen Forststraße bergauf in Richtung Gamsleitenspitze.

Ab einer Höhe von etwas mehr als 2.100 Metern lässt die Steigung der Forststraße etwas nach und der breite Weg geht nahezu fließend in einen schmalen Wiesensteig über. Landschaftlich wunderschön und nicht mehr ganz so steil zieht der Steig hinauf zum Gipfelaufbau. Unmittelbar vor dem Erreichen des Gipfelkreuzes der Gamsleitenspitze (2.359 m) verengt sich der Grat und verlangt noch einmal vollste Konzentration auf den letzten Metern.


Übergang zur Zehnerkarspitze (2.382 m) und ein kleiner Schock

Der anschließende Abstieg von der Gamsleitenspitze hinunter in den Zehnerkarsattel ist technisch zwar nicht schwierig, erfordert aber aufgrund des rutschigen und schottrigen Untergrunds erhöhte Aufmerksamkeit. Ein Ausrutscher an den schmalsten Passagen des Grates sollte hier unbedingt vermieden werden.

Vom Zehnerkarsattel visiert man das nächste Ziel an: die Zehnerkarspitze. Der Weg quert zunächst den felsigen Hang und führt dann über eine steile, sehr ungute Schotterrinne steil nach oben. Am Ende der Rinne wartet eine kurze Kletterpassage, die jedoch mit Trittstiften entschärft wurde und sicher auf den Grat leitet. Über diesen Grat ist der Gipfel der Zehnerkarspitze (2.382 m) schnell erreicht.

Am höchsten Punkt angekommen, folgt ein kleiner Schock: Das Gipfelkreuz wurde offenbar vom Blitz getroffen und zweigeteilt. Glücklicherweise kam kurz darauf ein netter Bergkollege aus Deutschland am Gipfel an. Da wir beide ein Foto vom Gipfelkreuz machen wollten, setzten wir den abgeteilten Teil des Gipfelkreuzes wieder oben drauf und hielten ihn fest, so war es wieder ein Kreuz und wir konnten gegenseitige Gipfelfotos machen. Leider konnten wir den abgetrennten Teil nicht fixieren.


Alternativer Gipfelsturm: Das Gamsspitzel (2.340 m)

Der Rückweg von der Zehnerkarspitze erfolgte zunächst auf dem herkömmlichen Aufstiegsweg hinunter in Richtung Zehnerkarsattel. In der letzten markanten Einbuchtung vor dem Gamsspitzel wurde der markierte Wanderweg jedoch bewusst verlassen.

Über schwach ausgeprägte Steigspuren ging es weglos, aber logisch hinauf zum Grat. Dort folgte eine kurze, spannende Kletterei im I. Schwierigkeitsgrad (SG I), bevor es über eine steile Bergwiese vollends hinauf zum Gipfel des Gamsspitzels (2.340 m) ging. Auch hier ziert ein schönes Gipfelkreuz den höchsten Punkt.

Der Abstieg vom Gamsspitzel erfolgte dieses Mal über den offiziellen, markierten Weg. Auf der steilen Wiese im oberen Teil sorgt eine solide Seilversicherung für den nötigen Halt. Der Pfad leitet verlässlich zurück in den Zehnerkarsattel.


Rückweg und Fazit

Vom Zehnerkarsattel aus schließt sich die Runde. Dem markierten Wanderweg folgend geht es im stetigen Abstieg zurück zum Ausgangspunkt am Parkplatz der Passhöhe Obertauern.

Fazit: Eine landschaftlich großartige, abwechslungsreiche und mit vier Gipfeln extrem lohnende Rundtour in den Radstädter Tauern. Die Wege bieten von breiten Forststraßen über schottrige Querungen bis hin zu versicherten Steigen und leichter Kletterei alles, was das Bergsteigerherz begehrt. Einzig der präsente Saharastaub, der die Fernsicht etwas trübte, und der teilweise kräftige, böige Wind waren an diesem Tag kleine Wermutstropfen auf einer ansonsten perfekten Bergtour.

Kurz bevor der Talstation des Sesselliftes „Gamsleiten 2“ mit Blick auf die Felszacken der Herbertspitze:


Danach geht die Forststraße steil nach oben, bei der ersten Kehre nahm ich die Abzweigung zur Herbertspitze – hier bereits am Weg dorthin:


Es folgt eine längere Querung:


Der Rückblick macht deutlich, dass die Querung durchaus Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit verlangt – rechts der Bildmitte erkennt man gut die Forststraßenkehre wo der Weg zur Herbertspitze abzweigt:


Zum Gipfel geht es dann über einen Wiesenhang mit einem Smiley – ist das der Herbert?? J:


Die Herbertspitze (2.137m) ist erreicht:




Zurück geht es am selben Weg bis zur Abzweigung, danach weiter über die steile Forststraße nach oben, ab etwas über 2.100 m geht diese dann in einen Wiesensteig über – hier im Rückblick:


Der Weg führt nicht mehr ganz so steil hinauf zum Gipfel – kurz vorm Gipfel wird der Grat etwas eng – Gamsleitenspitze (2.359m):




Der Abstieg von der Gamsleitenspitze in Richtung Zehnerkarsattel ist zwar nicht schwierig, erfordert aber aufgrund des rutschigen bzw. schottrigen  Weges erhöhte Aufmerksamkeit – hier Rückblick zur Gamsleitenspitze:


Ausrutschen sollte man hier keinesfalls:


Rückblick:


Die nächsten Gipfelziele – das Gipfelkreuz des Gamsspitzels (rechts) ist deutlich zu erkennen, über die Einbuchtung/Einsattelung unmittelbar nach dem Gamsspitzel habe ich dieses dann bestiegen – die Zehnerkarspitze befindet sich links der Bildmitte, auch hier ist der untere Teil des zerstörten Gipfelkreuzes zu sehen:


Zuvor aber noch ein Rückblick zum Abstiegsweg von der Gamsleitenspitze – dieser zeigt deutlich, warum man hier nicht ausrutschten darf:


Querung in Richtung Zehnerkarspitze:


Über eine ungute Schotterrinne (Trittsicherheit erforderlich!) geht es nach oben:


Es folgt eine kurze mit Trittstiften versehene Kletterei:


Hier im Rückblick:


Hier das erste Gipfelbild der Zehnerkarspitze (2.382m) – mit noch zerstörtem Gipfelkreuz:


Danke eines netten Bergkameraden aus Deutschland, konnte ich noch ein anständiges Gipfelbild (den zerstörten Teil hielt ich hinten fest) machen:


Zurück ging es auf selben Weg (der Abstieg über die Schotterinne ist hier nicht zu unterschätzen!), wie zuvor erwähnt, stieg ich bei der letzten Einbuchtung/Einsattelung vorm Gamsspitzel nach oben (Steigspuren ersichtlich) – es folgt diese leichte Kletterstelle:


Zuvor aber noch ein Bild von mir in der Einbuchtung/Einsattelung:


Nach der leichten Kletterei geht es über eine steile Bergwiese zum Gipfel des Gamsspitzels (2.340m):




Der Abstieg erfolgt über den markierten Weg – über die steile Wiese hilft hier eine Seilversicherung:


Zurück ging es in den Zehnerkarsattel und von dort zurück zum Parkplatz – kurz vorm Parkplatz fand ich allerdings noch ein windgeschütztes Plätzchen und konnte eine längere Pause machen:

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